Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn


Story: Als Tim (Jamie Bell) auf dem Flohmarkt ein Modell des Dreimasters Einhorn erwirbt, ahnt er noch nicht, was er damit alles lostritt. Denn nicht nur ein dicklicher Amerikaner (Joe Starr) sondern auch Iwan Iwanowitsch Sakharin (Daniel Craig) interessiert sich sehr für das Modellschiff. Nur kurz darauf wird es gestohlen und Tim gerät zusammen mit seinem Hund Struppi und dem meistens betrunkenen Captain Haddock (Andy Serkis) in eine atemberaubende Schatzsuche, während der sie nicht nur das Geheimnis der Einhorn lösen, sondern sich auch mit dem Vermächtnis von Haddocks Vorfahren beschäftigen müssen…

Kritik: Zugegeben, mit der Vorlage dieses Films habe ich mich nie wirklich beschäftigt. „Tim und Struppi“ gefiel mir während meiner Kindheit nie wirklich, was wohl vor allem an den Zeichnungen lag; nichts gegen die Ligne claire, aber für meinen Geschmack ist Hergés Zeichenstil ein wenig zu „klar“. Allerdings gibt es einige Dinge, die man sich einfach nicht entgehen lassen sollte, und dazu gehört auch eine Zusammenarbeit der beiden Kino-Titanen Steven Spielberg und Peter Jackson. Und egal ob es nun eine Überraschung ist oder nicht: Mir hat „Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ sehr gut gefallen. Am Anfang ist das Design des Films, vor allem der Figuren, durchaus ein wenig gewöhnungsbedürftig, auf den ersten Blick wirkt die Verschmelzung von realem menschlichem Aussehen und Hergés Zeichenstil (inklusive Knubbelnasen) ein wenig merkwürdig. Allerdings gewöhnt man sich sehr schnell daran und vergisst zwischendurch immer mal wieder, dass es sich hierbei um einen Animationsfilm handelt. Und trotz des etwas eigenwilligen Designs verkommen die durch Motion-Capture erschaffenen Figuren nie so sehr zu Marionetten oder Wachspuppen, wie das in Robert Zemeckis Filmen der Fall ist – Tim, Haddock und Co. wirken trotz (oder gerade wegen) mangelnder Ähnlichkeit zu den Schauspielern einfach viel lebendiger. Das restliche Design des Films, die Gestaltung der Handlungsorte etc. ist schließlich über jeden Zweifel erhaben und schafft eine tolle Atmosphäre für die recht geradlinige und manchmal etwas zu vorhersehbar gestaltete Geschichte, die aber nichtsdestotrotz spannend und unterhaltsam ist.
Tim ist als Figur ziemlich genauso, wie ich ihn erwartet habe: Aufgeweckt, sympathisch, aber auch irgendwie ein wenig langweilig. Ähnliches trifft auch auf den Schurken Sakharin zu, der zwar ganz nett ist, aber doch ein wenig blass und uninteressant wirkt. Die wirklich interessanten Figuren sind eindeutig der wunderbare Captain Haddock und natürlich Struppi, der seinem Herrchen das eine oder andere mal durchaus einen Schritt voraus ist.
Ebenfalls hervorzuheben ist die extrem gelungene und sehr kreative Action: Sei es die Verfolgungsjagd aus Struppis Perspektive, die Zerlegung der fiktiven nordafrikanischen Stadt Bagghar oder das furiose Kranduell zwischen Haddock und Sakharin, die Action ist immer äußerst einfallsreich und niemals langweilig. Wunderbar unterlegt wird das Ganze von einem sehr gelungenen neuen John-Williams-Soundtrack, in dem der Altmeister beweist, dass er es auch mit fast 80 noch drauf hat.
Fazit: Sehr gelungene und kurzweilige Comicverfilmung, aus der vor allem Andy Serkis als Captain Haddock hervorsticht und allen anderen die Show stiehlt.

Trailer

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